Die Einfachform

Es muss nicht immer CNC sein …

Wer die Berichte über den aktuellen Entwurf Nukite verfolgt kennt es: lauter schicke CNC gefräste Formen. Da kommt schnell der Eindruck auf man braucht High Tech um eine RG65 zu bauen. Es gibt aber auch andere Wege zum Ziel zu kommen. Mir gefallen beide und heute möchte ich daher ein paar einfache Wege vorstellen wie man Kieltaschen, Masttaschen und Ruderkoker herstellen kann.

Kiel- und  Masttasche

Häufig werden kombinierte Kiel und Masttaschen verbaut, für Prototypen habe ich bisher aber immer Einzelteile verwendet. Auch wenn man nur ein einziges Boot für sich selber baut ist das ein brauchbarer Ansatz.

Schrumpfschlauchmethode

Hier am Beispiel einer Mastasche:

  • zunächst braucht man einen Kern, für die Bilder habe einen aus Alu selbst hergestellten genommen (Bild 1). Es geht aber noch einfacher, im Baumarkt findet man Metall Profile in vielen Varianten, hier ein Beispiel, einmal Alu einmal Stahl (Bild 2). Der Kern bestimmt die Innenmasse der Masttasche. Gut wachsen, eine leicht rauhe Oberfläche ist gut damit das Wachs haftet. Noch besser ist man verwendet PVA (Folientrennmittel). Eine andere Variante: Kern mit Butter einschmieren, Backpapier drumherum, dann das Gewebe.
  • Das Gewebe wird auf einer Unterlage (Backpapier, Blumenfolie) mit Epoxidharz vorgetränkt, dann um den Kern gewickelt (hier mit Papier symbolisiert (Bild 3).
  • Dann wird passender Schrumpfschlauch übergezogen (Bild 4) und erhitzt (Bild 5). Der Schrumpfschlauch  presst sehr gut, überschüssiges Harz kann an den Seiten  herauslaufen und man bekommt eine leichte, Harzarme aber trotzdem durch das Pressen wasserdichte Masttasche.
  • Genauso kann man  auch die Schwertasche bauen wenn man als Kern ein altes Schwert in den richtigen  Abmessungen nimmt.
Holz/Folienform
Schwertkasten

Eine andere Variante ist eine „Form“ aus Holz und Folie (jede etwas elastische Folie, am besten durchsichtig). Die Idee stammt nicht von  mir, als erstes habe ich darüber vor ein paar Jahren  im Deutschen RG65 Forum in einem Bericht von Arne gelesen. Damals zum Bau eines Mastbeschlages vorgestellt habe ich das Prinzip zum Bau von Schwertkasten  und Ruderkoker übernommen.

  • Die beiden Holzblöcke sind an einer Seit etwas abgerundet (Bild 3), die Folie wird an beiden Blöcken festgetackert.
  • Der Schwertkern wird wie oben für die Masttasche beschrieben vorbereitet und mit Gewebe umwickelt udn die Form geschlossen (Bild 2).
  • Die Folie sollte in der Länge so gewählt sein das sie etwas zu kurz ist, durch die Dehnung der Folie beim Schliessen der Form wird dann rundherum gepresst (Bild 3).
Ruderkoker
  • Auch für den Ruderkoker ist das gleiche Vorgehen möglich, hier wird als Kern die spätere Ruderwelle verwendet, die anderen Arbeitschritte sind wie beim Schwertkasten (Bilder 10-15).
  • Noch einfacher: für den  Ruderkoker reicht es einfach zwei lose Holzplättchen zu nehmen, die Folie wird nicht getackert. Gepresst wird mit zwei Klemmen, die Folie wird einfach mit der Hand gespannt (Bild 16+17).

 

3D gedruckte Spanten für die Orion Edge

Heute möchte ich eine sehr schöne Idee vorstellen die von Arnold v.d. Weide aus Holland kommt. Er hat für seinen Holzrumpf der Orion neue Vorlagen für die Spanten kontruiert. Diese lassen sich mit einem der ja mittlerweile recht weit verbreiteten 3D Ducker ausdrucken. Die Spanten  werden dann erstmal einmal ganz normal auf einen Baubrett aufgestellt.

(c) Arnold v.d.Weide

(c) Arnold v.d.Weide

Neuer Bugspant

Zusätzlich hat er aber den Bugspant weiterentwickelt, dieser wird von vorne mit einem Träger gehalten, so ist das Beplanken des Bugs deutlich einfacher.

(c) Arnold v.d.Weide
Download

Eine tolle Idee und netterweise hat sich Arnold auch bereit erklärt die .stl Files für alle registrierten Orion Inhaber freizugeben. Danke dafür ! Wer also Interesse daran hat schickt eine kurze Mail über das Kontaktformular.

(c) Arnold v.d.Weide

Orion Edge mit konventionellem Rigg

Die Orion Edge ist eigentlich als reines Swingriggboot gezeichnet worden. Ich habe aber sehr viele Anfragen bekommen  ob man das Boot nicht auch mit konventionellem Rigg bauen kann. Das geht natürlich auch, passt von der optik auch sehr gut zu einem Holzboot.

Ich habe daher die Anleitung über einen Lateralplan für eine Orion Edge mit konventionellem Rigg ergänzt.

http://rg65.eu/download/manual-orion-edge/

In der Zeichnung sind zwei Masttaschen aufgeführt, man kann also Swing, Swing+konventionell oder nur konventionell realisieren, ganz nach Geschmack. Ein Vorschlag für eine Schotführung ist auch enthalten, die Masse sind aber vom verwendeten Rigg abhängig und nur als Orientierung zu verstehen. EInen Segelplan gibt es momentan noch nicht dazu, der wird irgendwann folgen, in der zwischenzeit empfehle ich die Segelpläne von Arne/Xsails, die passen gut zum Boot. (http://x-sail.de)

Änderung für die Orion Downloadbedingungen

Ein wenig traurig ist es ja: es reichen einige wenige Menschen aus um eine gute Sache zu sabotieren. Man gibt seine Arbeit „for free“ an andere weiter, fragt nur nach Name und Email und selbst das ist einigen zuviel: es werden Extra eingerichtete Emailadressen verwendet um den Plan ohne Angaben herunterzuladen und noch einge andere unschöne Dinge zur Sabotage unternommen, offensichtlich gibt es einige Neider denen der Erfolg des Orion Projektes nicht recht ist…..

Leider bin ich deswegen gezwungen das Verfahre zu ändern. Den Plan gibt es ab sofort wieder nur nach persönlicher Rückfrage über das Kontaktformular: Kontakt

Ich bin auf der Suche nach einer Alternative, evtl. wird es ein Shopsystem mit einer symbolischen Kaufsumme geben die an eine wohltätige Organisation weitergereicht wird.

 

Update Dezember 2016

Allen  Lesern und ihren Familien wünsche ich fröhliche Festtage und natürlich viel Spass am Wasser und im Bastelkeller.

Hier im RG65 Blog wird es jetzt etwas ruhiger, der PC (und das Handy 😉 ) wird eine Weile beiseite gestellt um Zeit für anderes zu haben. Für 2017 ist aber einiges geplant, neben  der Nukite wird es vielleicht noch ein weiteres Projekt geben  und auch einges an Basteltipps, Theorie und Philosphie muss noch aufgeschrieben  werden. Es lohnt sich also auf jeden Fall im  nächsten Jahr wieder reinzuschauen. Bis dahin habe ich ein  wenig neuen Inhalt bereit gestellt:

Neue Galerien

Zwei neue Galerien: eine über eine tolle MaLi Version und eine über die Orion Edge sind eingestellt. In der Orion Galerie werde ich versuchen alle fertig gestellten  Boote zu würdigen.

Neue Zeichnungen:

Eine Zeichung des neuen Swingbaumes und die angepasste Version für das A Minus Segel stehen zum Download bereit. Die anderen Segel folgen  später.

Neue Kategorie:

Eine neue Katgeorie für den Blog wurde erstellt: Werkstatt. Hier wird es alle möglichen Basteltipps und Berichte zum Bau von RG65 Booten  geben die nicht spezifisch für ein spezielles Boot sind. Ein  erster Beitrag über den Swingbaum ist dort eingestellt.

Orion Edge:

Die Baustufen Gallerie über Richards Orion wurde um neue Photos ergänzt.

Heute mogen wurde Rumpfnummer #66 vergeben.  Auch wenn sicher nicht alle die Pläne umsetzen ein Boot zu bauen ist die Resonanz hier doch umwerfend. Der Spass den ihr am bauen habt und die vielen Rückmeldungen sind eine große Motivation  für mich mit dem Blog weiterzumachen !

Gruß

Roland /Swansails

Neuer Swingriggbaum

Neue Kategorie: Werkstatt

Ich versuche zur Zeit ja hauptsächlich mit den Orion Erbauern Schritt zu halten und richte die Beiträge nach deren  Erfordernissen bzw. nach dem Baufortschritt. So langsam geht es in Richtung  Riggbau. Im Rahmen der Nukite habe ich darüber schon im RG65 Forum  berichtet aber da es eigentlich nicht spezifisch für die Nukite ist habe ich heute dem Blog eine neue Kategorie hinzugefügt: Werkstatt. Hier werde ich über alles „Gebastel“ berichten was nicht einem speziellen Boot zuzurechnen ist.

Swingbaum

Los geht es mit dem  Swingriggbaum. Meinen ersten  Swingbaum habe ich als Einzelstück laminiert. Das war aber zu aufwändig und seitdem benutze ich Swingbäume die als Sandwich aus Airex und Carbongewebe laminiert sind. Das Prinzip und die ersten Bäume kamen von Arne / X-Sails, später habe ich sie selber laminiert. Der Vorteil ist das man in einem Arbeitsgang eine ganze Platte laminieren kann aus der später mehrere Bäume ausgesägt werden können.

Die Form

Für die aktuelle Generation habe ich eine neue Form aus Alu erstellt. Kein großer Unterschied zu einer einfachen Pressplatte. Aber der Vorteil ist das man mit hohem  Druck pressen kann und immer eine definierte Dicke des Baumes erhält. So kann man sicher sein die Klassenregel nach der der Baum in einen 12mm Kreis passen muss einzuhalten. 

Die Lagen bestehen auf  jeder Seite aus 1×93 er CFK und 3x 100 er Carbon Gelege (UD). Sandwichmaterial ist 3mm Airex. Eine 6 mm Welle wird eingelegt, so muss man später nicht extra eine Bohrung für den Mast ergänzen muss.

CNC Fräsen

Die fertig laminierte Platte wird nach dem Aushärten auf der CNC  Fräse in einer speziellen Lehre fixiert. So ist gewährleistet das immer wieder die gleichen Positionen angefahren  werden  können. Dann werden die Bäume ausgeschnitten.

Fertige Bäume

Nach dem aktuellen Programm passen 6 Bäume auf eine Platte, da ist aber noch Verbesserungspotential. Gewicht ist pro Baum 15-16g. Die nächste Platte wird etwas stärker  laminiert weil die Torsionssteifigkeit noch nicht optimal ist.

Einfacher?

Das Schöne ist: es geht ähnlich gut auch ohne High Tech. Einfach 2 Platten mit der Oberfräse einritzen um die Verdickung für den Mast zu erzeugen. Rohling-Platte laminieren und mit Laubsäge ausschneiden. Das ist natürlich etwas aufwändiger aber gibt auch gute Ergebnisse. Mit Bäumen nach dem Prinzip bin ich die letzten Jahre recht erfolgreich gesegelt. Kaputt gegangen  ist bisher kein Baum !

Nachbauen ?

Eine Zeichnung des Baumes gibt es ab sofort im Downloadbereich. 😉

MaLi far from home

Ein wenig Sonne fürs Auge

Was braucht man  in  diesen kalten  grauen Tagen ? Schöne Bilder die das Herz wärmen 🙂

ich bin immer wieder froh über Rückmeldungen wohin sich die MaLi bereits verbreitet hat. Diese Bilder stammen von György aus Neukaledonien, soweit ich weiss die Mali die bisher weiteste Reise bis zu ihrem Besitzer gemacht hat.  Er schreibt:

„Hi Roland, Here are a few pics from our tropical french island : http://www.nouvellecaledonie.travel/fr/noumea

My Boat Wasa B has a modified deck for esthetical reasons and we all here sail with conventional rig for the same reason and also because of the windy conditions. Happy to be in touch with you and to send you these pistures !

Keep in touch. György“

Vielen Dank für die schönen Photos, schaut Euch das Wasser an, ein türkiser Traum. Und nicht nur das, auch ein tolles Boot mit Variationen die ich bei uns  noch nicht gesehen  habe.

Nukite Entwicklung II

Ein kleiner Schritt weiter auf dem Weg zum neuen Boot

In letzter Zeit war ich überwiegend mit der Orion Edge beschäftigt, ein wenig Zeit konnte nebenbei aber auch für die Entwicklung der Nukite abgezweigt werden.

Die Formen für Schwert, Ruder und Masttasche sind fertig in 3D gezeichnet und warten  darauf gefräst zu werden. Der Innenbausbau ist ebenfalls einmal komplett in 3D erstellt worden, mal sehen wofür das gut ist 😉 …

Als erstes wird nun die Schwertform angefertig und das erste Testschwert laminiert. nukite-3d nukite-3d_2_fb masttasche-kopie schwert-kopie schwertform1-kopie schwertform2-kopie

 

Orion Edge: Baustufenphotos

Baustufengallerie

Die Rückmeldungen über gebaute Orions nehmen zu meiner großen Freude weiter zu. Heute möchte ich Euch eine schöne Gallerie von Baustufenbildern  zeigen, die mir einer der Orionbaumeister geschickt hat (Danke dafür !). Ich finde sie Illlustrieren sehr schön die ersten Schritte beim Bau. !

Weitere Photos sollen mit dem Baufortschritt folgen  und werden dann hier ergänzt.

MaLi | Orion 65/Edge | Nukite